Wanja Belaga, München
Improvisation und Artistik

Donnerstag, 19. Februar 2009, 20 Uhr, Trinitatiskirche Würzburg-Rottenbauer, Eintritt 9,00 EUR, 0931 67211
Zeitgemäße Klaviermusik zwischen Klassik und Jazz

Auf die Frage der Zeitschrift Partituren (1/08) "Welcher Musiker hat Sie im letzten Jahr am meisten beeindruckt?" antwortet der bekannte Musikkritiker der Süddeutschen Zeitung, Ralf Dombrowski:"Wanja Belaga. Russischer Pianist und Souverän der Komprovisation, der spontanen, aber gültigen Strukturfindung."

andere Pressestimmen:
"Genie, das aus der Kälte kam" (Überschrift/Süddeutsche Zeitung 2006)
"...der am Steinway geniale Fähigkeiten aufblitzen lässt" (Jazzthetik 2007)
"der geniale russische Pianist" ( In-münchen 2007)
"Curt Cobain des Klaviers" (TZ 2007)
"perlend,flutend,brandend" (Süddeutsche Zeitung 2004)

Die Süddeutsche Zeitung schreibt unter der Überschrift "Das Genie, das aus der Kälte kam": "Belaga hat wohl das Zeug dazu, zum Zirkel der wenigen überzeugenden Wanderer zwischen den musikalischen Welten dazu zustoßen."

Die New Yorker Pianistin und Rudolf Serkin-Schülerin Beth Levin sagt: "Ich liebe seinen Anschlag" und "Er erinnert mich irgendwie an Art Tatum."

Und eine unbekannte Zuhörerin schrieb in ihrem Blog: "Wanja kommt mir erstaunlich jung vor und spielt wie der begnadete Künstler, der er zweifelsohne ist. Er sitzt auf einem ergonomischen Gummiball auf einem fünffüßigen Gestell mit Rollen. Vor jedem Stück, das er während des knapp einstündigen Konzerts spielt, sammelt er sich kurz, hält Zwiesprache mit sich selbst, und legt dann los, den Kopf vornüber gesenkt, das Gesicht verborgen hinter einem schimmernden Vorhang von goldblondem Haar, aus dem gelegentlich die Nasenspitze lugt. Vor dem Konzert habe ich mir noch ausgemalt, dass die Musik in mir Bilder erwecken würde, vielleicht glucksende Rinnsale, tropfende Eiszapfen, Kaleidoskope von ineinander verfließenden Farben oder was man sonst so von moderner Musik erwartet. Aber stattdessen sehe ich Noten, wie sie dem Flügel entspringen, entfliehen, sich unter der Decke der Black Box sammeln, Reigen durch den Saal vollführen. Irgendwie cooler als die Postkartenmotive."

Aus der Website der Musikfestspiele in Potsdam:
Was andere mühsam, doch meist vergeblich zu erlernen suchen, schütteln diese drei Pianisten aus dem Handgelenk: Sie beherrschen die Kunst der Improvisation, das Spiel im freien Fall auf so selbstverständliche Weise, dass es gewissermaßen zu ihrer zweiten Natur geworden ist. „Es ist fast so, als wenn ich mir von oben zuschauen würde. Die Finger flitzen, wie sie wollen", beschreibt der gebürtige Moskauer Wanja Belaga dieses im Grunde unerklärliche Phänomen. Während Belaga als Wunderkind ganz klassisch begann und erst über abenteuerliche Umwege zum Jazz fand, ....
Veranstalter: Musikfestspiele Sanssouci und Nikolaisaal Potsdam GmbH


www.wanjabelaga.net

Biografie
Geboren in Moskau.
Eltern sind: Elsa Belaga, Mathematikerin, und Prof. Dr. Eduard Belaga, Mathematiker.

70er Jahre

Einschulung.
Malunterricht am Puschkinmuseum (Moskau).
Aufnahme in die zentrale Musikschule am Moskauer Konservatorium im Fach Klavier.
Erste Ausstellungsbeteiligungen.
Erste öffentliche Auftritte am Klavier.
Begeisterung für Kunst, Musik und Literatur.
In der Wohnung der Eltern finden Intelligenzija-Treffen statt mit Lesungen, Konzerten und Ausstellungen und jüdischer Unterricht.
Besuchen in Ateliers nonkonformistischer Künstler Moskaus, zahlreicher Konzerte und Museen.
Ausweisung der Familie nach Wien.
Ende 1979 Übersiedlung nach München.

80er Jahre
Eintritt in das musische Pestalozzi-Gymnasium.
Übertritt in die Waldorfschule. Abschluss 1988 mit Abitur.
Klavierunterricht bei Alla von Buch und Wadim Suchanov (beide Richard-Strauß-Konservatorium).
Einzelne öffentliche Auftritte, nach dreifachem Handbruch und mit der Fortdauer der Pubertät Aufhören mit dem Klavierspiel.
Erste Kompositionsversuche und Aufführungen.
Erste Einzelausstellungen. Aufnahme in den Berufsverband bildender Künstler.
Nach dem Abitur viele Jobs, unter anderem:
Deutsch- und Russischlehrer an der Berlitzschool, Übersetzer für die Münchener Rück, Versicherungsverkäufer und Hilfsarbeiter auf dem Bau.

90er Jahre
Zwei Semester Slawistik an der LMU München.
Studium der Malerei in der Akademie der bildenden Künste in München.
Kleindarsteller am Bayrischen Staatsschauspiel München.
Mitorganisation von Veranstaltungen mit integrierten Kunstereignissen in diversen Hallen, Diskotheken und Off-Locations.
Gründung eigenen Musikclubs.
Organisation des "Summer Of Love", eines gigantischen Elektronik-Festivals in Süditalien mit eigenen Musikproduktionen und großer Presseresonanz weltweit. Hierzu wird die Space Enterprises GmbH gegründet. Belaga ist Teilhaber und zuständig für PR, Sponsoraquise und Programm.
Projekt Berdux: Belaga okkupiert für drei Monate die Eisbachstudios in Pasing als Atelier und stellt am Schluss in einer Ausstellung auf über 6000 qm. ca. 400 großformatige Holzreliefbilder aus.
Eröffnung einer Musikhalle namens Festspielhaus in der Domagkstraße in München. Was kaum einer weiß: in der Halle darüber malt Belaga wie besessen an mehreren tausend Bildern im Akkord.
Initiator einer weit über München hinaus bekannten Ballreihe im Deutschen Theater in München. Die Bälle sind ausverkauft und hoch angesehen.
Mitteilhaber und zeitweise Geschäftsführer und Vermarkter der Opera Veranstaltungsgesellschaft mbH. Diese betreibt Musikclubs und führt diverse Veranstaltungen durch mit teilweise bis zu 4.000 Besuchern.

2000 und danach
Eröffnung des legendären Konzertclubs Prager Frühling.
Eröffnung der Kulturstätte Monofaktur, einer Mischung aus Kulturhaus, Konzertclub, Subkulturzentrum und Kino. Hier werden diverse Projekte verwirklicht wie zum Beispiel französische Kurzfilmtage oder Konzertreihen, Lesungen von Schriftstellern wie Georg Osswald. In vier Jahren werden über 600 Konzerte und 300 weitere Veranstaltungen abgewickelt.
Wiederaufnahme des Klavierspiels. Erste öffentliche Konzerte mit großer Resonanz in der Presse.