Assia Cunego
Konzert für Harfe solo

Freitag, 19. Oktober 2007, 20 Uhr, Trinitatiskirche Würzburg-Rottenbauer, Eintritt 7,00 €, 0931 67211
Assia Cunego

Assia Cunego, geboren 1983 in Rovereto/Italien, begann das Harfenspiel mit acht Jahren. Sie studierte am Konservatorium in Brescia bei Prof. Anna Loro und schloss ihr Harfendiplom schon als 18-Jährige mit Auszeichnung ab. In den folgenden zwei Jahren absolvierte sie die Meisterklasse bei Prof. Gisèle Herbet an der Hochschule für Musik in Würzburg.
In ihrer künstlerischen Karriere gab sie bisher über 1.000 überwiegend solistische Aufführungen in Italien, Frankreich, Deutschland, Belgien, Niederlande, der Schweiz und Österreich. Bei den besonders herausragenden Einladungen zum World Harp Congress 2002, zur A.GI.MUS., zum Gioventù Musicale Italiana, zur Associazione Mozart Italia, zum Nationalen Harfenfestival, zum International Festival Mozart und zur Musik für die Erde erhielt sie stets großen Beifall und überragende Kritiken. Im Jahr 2003 trat sie in Nürnberg bei dem Open-Air-Konzert vor 55.000 Zuhörern auf.
Sie gewann erste Preise und Stipendien für ihr ausgezeichnetes technisches und interpretatorisches Können bei mehreren nationalen und internationalen Musikwettbewerben: "Schubert" und "Brahms" in Alessandria, "Genua 2000", "Caravita" und "I giovani per i giovani" (1998 und 2001) in Ravenna, DAAD (2002 und 2003) in Bonn etc. 2002 war sie Jurorin beim "Jugend Musiziert"-Wettbewerb.
Sie wurde von zahlreichen Orchestern eingeladen, z. B. den Nürnberger Symphonikern für die ganze Saison 2001/2002, vom "Città di Verona", vom Orchestra da Camera di Trento u.a.
Seit 2007 unterricht sie an der Musikschule des Landkreises Verden - Achim und an der Musikakademie Bruchhausen-Vilsen.
Sie wirkte bei Radio- (BR, RAI), Fernseh- und CD-Aufnahmen mit. Ihr umfangreiches Repertoire mit den bedeutendsten Stücken der Harfenliteratur reicht von der barocken bis zur klassischen Musik, von den Romantikern bis zur Moderne und neuen Musik, bis hin zu Jazz und Unterhaltungsmusik, zu freier Improvisation und sakraler Musik.
Heute lebt Assia Cunego mit ihrem Mann bei Bremen.

Zum Programm

F.X. DESARGUS (1768-1832) Variations sur les Folies d'Espagne
S. TEN HOLT (1923) Canto ostinato (1976-1979)

Canto ostinato
Simeon ten Holt gilt als der bekannteste Komponist des 20.
Jahrhunderts in Holland, „Canto Ostinato" als das bekannteste Werk nach dem 2.
Weltkrieg.
Die minimalistische Komposition will mehr musikalisches Ritual sein als konzertante
Darbietung. Die „Feier" dieser Musik kann zwischen einer halben und mehreren
Stunden dauern - je nach Situation, je nach Dynamik und Präsenz von Künstlern
und Zuhörern. An jedem Ort, in jedem Raum, unter jeweils anderen Menschen will
der „Unendliche Gesang" anders sein. Musik wird Ereignis, wird Handlung,
hervorgebracht durch die schöpferische Fähigkeit des Künstlers und durch die
aktuelle Qualität in der Wahrnehmung der Zuhörer.
Simeon ten Holt arbeitete an dieser Komposition mehrere Jahre. Die Uraufführung
fand am 25. April 1979 in der Ruinekerk in Bergen (Holland) an drei Flügeln und
einer elektronischen Orgel statt. Wird die Komposition von einem Interpreten
gespielt, kann er innerhalb der Partitur zwischen den Motiven der notierten
Stimmen wechseln bzw. diese untereinander kombinieren. Die Harfe erzeugt
transparentere, durchlässigere Klänge als das Klavier, einen singenden Klang-
Raum. Das Werk ist oft in verschiedenen Besetzungen aufgenommen worden.
Assia Cunego hat Canto Ostinato erstmalig für Harfe frei bearbeitet und stellt
hiermit ihre Aufnahme vor.
Kernelement der Komposition ist eine schier unendliche Folge von sich
wiederholenden fünf Sechzehnteln, genauer: Sechzehntel-Quintolen. Der Zuhörer
kennt die üblichen 4/4 Gruppen oder die fortlaufenden 3/4 Takte des Walzers. Im
Canto Ostinato plötzlich fünf Töne im selben Zeitraum. Ein Rhythmus, den der
Zuhörer nicht gewohnt ist und der ihn in eine andere Erlebnisschicht heben kann.
Wie in einer Meditation ein überschaubarer Inhalt ruhig von allen Seiten bedacht
wird, immer wieder, so werden diese fünf Töne immer wiederholt, immer neu
verwandelt und zeigen nach und nach ihr ungeahntes Leben. Und „darin", zugleich
wie „darüber" erhebt sich immer wieder Melodie, wie Gesang.

www.assiacunego.com