Das Blaue Einhorn und Karolina Petrova
Wo find ich meine Seele - Lieder von Krieg und Frieden von Mikis Theodorakis
Ta Lyrika, Liturgie 2, Axion Esti, Mauthausen

In den 17 Jahren seines Bestehens hat Das Blaue Einhorn in seinen Konzerten immer
wieder Lieder von Mikis Theodorakis gespielt. Jetzt endlich erfüllt sich die Idee den Werken
des großen Meisters ein ganzes Konzert zu widmen.
Das Blaue Einhorn hat dafür Ta Lyrika ausgewählt, den wohl schönsten Liedzyklus von
Theodorakis nach Gedichten von Tasos Livadhitis und ergänzt den Abend durch Werke aus
der Liturgie 2 - Den Kindern, getötet in Kriegen, Lieder aus dem Volksoratorium Axion Esti
(Worte:Odisseas Elytis) und die Kantate Mauthausen (Text:Iakovos Kambanellis). Wie man
es von der Band kennt, fügt sich alles stilistisch und inhaltlich zu einem Ganzen.
In deutscher Sprache (deutsche Nachdichtungen von Paul Hoorn/Übersetzung Griechisch-
Deutsch Niki Eideneier, Köln) und in seiner eigenen Einhorn typischen musikalischen
Ausdrucksweise erzählt Das Blaue Einhorn in diesem Konzert von Krieg und Trauer, von
Hoffnung und der Sehnsucht nach Freiheit, von Frieden und der Möglichkeit eines Lebens in
Freiheit und Liebe.
Gesang und eine Vielzahl von Instrumenten kommen zum Einsatz. Neben dem bekannten
Instrumentarium von Akkordeon, Trompete, Chalumeau, Geige, Gitarre und Kontrabass zum
Beispiel Cello, zusätzliche Violinen, Bouzuki und Schlaginstrumente.
Zur Freude der Musiker und vieler Fans arbeitet Das Blaue Einhorn bei diesem Programm
wieder mit Karolina Petrova zusammen, die die Band schon in zwei anderen Projekten als
Gastsängerin ergänzt hat.
Dieses Konzertprogramm wird Das Blaue Einhorn ab Januar 2009 zusätzlich zu seinem
normalen Konzertprogramm spielen.
Das Blaue Einhorn und Karolina Petrova freuen sich, wenn Sie ihnen in die Welt von Mikis
Theodorakis folgen, wie Paul Hoorn sagt: „Eine Welt voller Bilder, Klänge, Anspielungen,
Emotionen, Klarheiten - um Eines zu erzählen: Die Liebe zum Menschen."

Karolina Petrova Gesang, Violine, Flöte, Percussion
Paul Hoorn Gesang, Akkordeon, Trompete, Chalumeau, Klarinette
Florian Mayer Violine, Gesang
Andreas Zöllner Bouzouki, Gitarre, Gesang
Dietrich Zöllner Violoncello, Kontrabaß, Trommel, Gesang

Grußwort von Mikis Theodorakis an "Das Blaue Einhorn"

„Ich habe mich sehr über die «Blaue Einhorn»-Interpretationen meiner Lieder gefreut, weil ich feststellen konnte, dass sich dieses Ensemble nicht nur auf sehr hohem musikalischen Niveau bewegt, sondern auch absolut im Geiste meiner Musik.
Ich war auch von der perfekten Technik, der herausragenden Musikalität der Künstler und ihrer reichen Phantasie sehr angetan. Und schließlich hat es mich berührt, dass ich in dieser Arbeit eine tiefe Liebe zu meinem Werk entdecken konnte, was jeder der vom «Blauen Einhorn» gespielten Noten anzumerken ist. Und genau das ist es, glaube ich, was ein Komponist sich mehr als alles andere von seinen Interpreten wünscht. So bleibt mir nur, «Dankeschön» zu sagen für diese exzellente Arbeit."

Athen, 12.9.2009
Mikis Theodorakis



Lieder von einer Freiheit, die wärmen kann
"Das blaue Einhorn" mit der Premiere seines Theodorakis-Programms
Sie passen so gut zueinander, dass man glauben könnte, sie wären füreinander
geschaffen, die Dresdner Gruppe "Das blaue Einhorn" mit ihrer rauen und
eindringlichen Musizierweise und die Lieder von Mikis Theodorakis, der sich in
seiner Kompositionsweise nie dem jeweiligen Mainstream angepasst hat. Schon in
Programmen der Vergangenheit haben sich die Einhörner mit den Liedern des
bekanntesten griechischen Komponisten befasst und sich mit ihrer Engagiertheit in
der Konzentration auf Inhalte in der Haltung, die in den Werken Theodorakis' zum
Ausdruck kommt, wiedergefunden. Eine perfekte Passform auf beiden Seiten,
formal wie inhaltlich. Am Neujahrstag hatte "Wo find ich meine Seele" als erstes
Einhorn-Programm, das einem einzigen Komponisten gewidmet ist, seine Premiere
in der Heilig-Geist-Kirche. Der Publikumszuspruch war derart groß, dass einigen
Interessenten kein Einlass mehr gewährt werden konnte. Das Einhorn hat wegen
seiner Unverwechselbarkeit in Dresden inzwischen so etwa wie Kultstatus, ist aber
auch in anderen deutschen Städten bekannt und erfolgreich.
Das neue Programm ist höchst ambitioniert: die Arbeit, die die Vorbereitung
gemacht hat, muss diesmal noch umfangreicher als bei anderen Projekten der
Gruppe gewesen sein. Paul Hoorn, Frontmann und Triebkraft des Ensembles, hat
sämtliche Lieder aus dem Neugriechischen nachgedichtet und den größten Teil der
musikalischen Arrangements beigesteuert. Seine Texte, eine gute Kombination von
Nüchternheit und kreativer Fantasie, sind dem Geist der Originale sehr nahe und
haben trotzdem einen natürlichen und ungezwungenen Sprachfluss. Manche
Formulierungen und Metaphern gleichen Ankern, die sich im Hirn der Hörer
festhaken und zu weiterem Nachdenken anregen. Man glaubt Hoorn gern, dass er
von der kompositorischen Leistung Theodorakis' ebenso beeindruckt ist wie von der
politischen Haltung, die der Grieche über Jahrzehnte bewiesen hat. "Das war
irgendwie zwingend." In Dresden hatten Hoorn und seine Mitstreiter gute
Gelegenheiten, mit dem Werk Theodorakis' bekannt zu werden, denn hier hat es
seit den frühen 1980er Jahren zahlreiche Aufführungen seiner Werke gegeben.
Dazu gehört auch die Liturgie, die der Kreuzchor uraufgeführt hat. In der
Erstfassung trägt der Zyklus mit Texten von Tasos Livadhitis den Titel "Ta lirika". Im
Einhorn-Programm bildet er den Hauptteil. Dazu kommen der Zyklus "Mauthausen"
und Lieder aus dem Volksoratorium "Axion esti", alle weit bekannter als die Lieder
des ersten Teils.
Die Aufführung war ein Beweis dafür, dass man sich als praktizierender Musiker und
als Zuhörer auf die Tragfähigkeit der Lieder unbedingt verlassen kann. Wenn dann
die Ausführung dank der weiteren Mitwirkenden (Florian Mayer, Andreas und
Dietrich Zöllner und als Gast Karolina Petrowa mit schmal geführtem, herbem und
klarem Sopran) und deren beeindruckender instrumentaler wie stilistischer Vielfalt
die von der Gruppe gewohnte Qualität haben, ist das der beste Weg, um die
Botschaften der Lieder zum Hörer zu transportieren. Und auf diese Botschaften
kommt es schließlich an, dem Komponisten und seinen Interpreten. Wie gesagt, sie
scheinen füreinander geschaffen, gerade auch deshalb, weil Hoorn und die anderen
Mitglieder der Gruppe als deutsches Gegenstück der Volkssänger begriffen werden
können, die für die Lieder Theodorakis' so extrem wichtig sind.
Peter Zacher / 02.01.2009 DNN

www.dasblaueeinhorn.de/einhorn
Wo find ich meine Seele?
Das Blaue Einhorn

Das Blaue Einhorn
Freitag, 13. November 2009, 20 Uhr, Trinitatiskirche Würzburg-Rottenbauer, Eintritt 12,00 EUR, 0931 67211