TRINITATIS-KONZERTE

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Kirchengemeinde

Rottenbauer, du machst mir das Leben sauer
So urteilte ebenso humorvoll wie markant der offenbar leidgeprüfte Pfarrer Johann Carl Nuhan im Jahre 1734. Und so manchem Pfarrer vor und nach ihm mag er aus dem Herzen gesprochen haben.
Nein, eine aalglatte Geschichte hat die Trinitatiskirche - und mit ihr der Ort Rottenbauer - nicht zu bieten.
Da stritten jahrhundertelang Protestanten mit Katholiken, Schlossherren mit Geistlichen, Reichenberger Wolfskeels mit hiesigen, Dörfler mit Neubürgern ...
Aber: Gott lenkt auch auf krummen Wegen gerade. Und vieles von dem, was den Generationen vor uns schwer zu schaffen machte, nehmen wir heute eher lächelnd, denn mitfühlend zur Kenntnis: Im Jahr 1491 war es Wolf von Wolfskeel (endgültig) leid, jeden Sonntag 3 km nach Fuchsstadt zum Gottesdienst zu laufen - und nur deswegen hat er den Bau unserer schmucken kleinen Kirche veranlasst. Pfarrer Häfner fand 1804 am Sonntagvormittag sein gesamtes Mobiliar auf dem Unteren Kirchplatz wieder und war damit seines Amtes enthoben. Über Jahre hinweg verprügelten sich Katholiken und Protestanten regelrecht und -mäßig, brannten Bildstöcke nieder und versperrten den Glockenturm.

trinitatis.bjflocaldomainMittendrin im alten Ortskern bestimmt die Trinitatiskirche über Jahrhunderte das kirchliche und örtliche Leben in Rottenbauer.
Von 1581 bis 1690 ist das Dorf rein evangelisch. Dann tritt ein Teil der Schlossherren zum katholischen Glauben über und leitet damit jene schlimme Zeit der Zwistigkeiten ein.
Mit dem Bau der katholischen Kirche 1823/24 verliert die Trinitatiskirche ihre Mittelpunktsstellung.

 
Mag sein, dass sich Freude am Widerspruch, Sehnsucht nach Teilhabe, Lust auf Verantwortung, Begehren nach Gottes Gerechtigkeit herübergerettet haben aus den Jahrhunderten. Jedenfalls stellt sich das Leben in der Kirchengemeinde heute in bunter Vielfalt dar. (Wolfgang Schmock)

 Foto ©Bernd J. Fertig

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